Software & Digitalisierung

Software für Kurzzeitvermietung:

Was professionelle Gastgeber wirklich brauchen

Professionelle Gastgeber brauchen keinen Alleskönner, sondern wenige Bausteine, die zusammenpassen: ein PMS mit Channel-Manager, einen digitalen Türzugang, saubere Rechnungen und belastbare Zahlen. Alles andere ist Komfort. In diesem Artikel ordnen wir die Bausteine, zeigen, wo die typischen Lücken liegen, und sagen offen, was unsere eigene Software heute kann und was noch nicht.

Gliederung

  1. 1. Welche Aufgaben Software im Betrieb übernehmen muss
  2. 2. PMS und Channel-Manager: das Fundament
  3. 3. Türzugang, Rechnungen, Zahlen: die Bausteine danach
  4. 4. Bausteine statt Alleskönner: Checkliste zur Auswahl
  5. 5. Was bevo Software heute kann
  6. 6. Aus unserem Betrieb

1. Welche Aufgaben Software im Betrieb übernehmen muss

Software muss in der Kurzzeitvermietung fünf Dinge zuverlässig erledigen: Kalender und Preise auf allen Portalen synchron halten, Gäste informieren, die Tür öffnen, Rechnungen schreiben und am Monatsende die Zahlen liefern. Wer mehrere Wohnungen betreibt, merkt schnell, welche dieser Aufgaben ohne System kippen. Eine Doppelbuchung kostet Geld und eine Bewertung. Ein vergessener Türcode kostet einen Abend. Eine fehlende Rechnung kostet Zeit mit der Steuerberatung.

  • Buchungen: ein Kalender für Airbnb, Booking.com und die eigene Website, Preise und Mindestaufenthalte an einem Ort gepflegt.
  • Kommunikation: Nachrichten vor Anreise, Check-in-Hinweise, Rückfragen, Bewertungsbitte, in mehreren Sprachen.
  • Zugang: Codes oder digitale Schlüssel je Buchung, zeitlich begrenzt, auch für Reinigungskräfte.
  • Abrechnung: Rechnungen für Firmengäste, Übernachtungsteuer, Umsatzsteuer, Belege für die Buchhaltung.
  • Zahlen: Auslastung, Umsatz je Wohnung, Kosten, Abrechnung mit Eigentümern.

Die Reihenfolge ist kein Zufall. Ohne stabiles Buchungssystem lohnt sich kein Baustein darüber.

2. PMS und Channel-Manager: das Fundament

Das Property-Management-System (PMS) ist die Datenbasis, der Channel-Manager hält Portale und Website synchron. Für Betriebe mit mehreren Wohnungen gehören beide in ein System. Anbieter wie Hostaway bündeln Kalender, Preise, Nachrichtenvorlagen und einfache Auswertungen. Die Unterschiede zwischen den Anbietern liegen weniger im Funktionsumfang als in Details: Wie sauber kommt eine Änderung von Booking.com an? Lassen sich Nachrichten an Buchungsstatus und Uhrzeit knüpfen? Gibt es eine offene Schnittstelle, über die andere Bausteine Buchungsdaten lesen dürfen?

Die letzte Frage entscheidet über alles Weitere. Ein PMS ohne brauchbare Schnittstelle sperrt Sie in seinen Funktionsumfang ein. Mit Schnittstelle können Türzugang, Rechnungsstellung und Auswertungen von anderen Werkzeugen kommen, ohne dass Sie Buchungen doppelt pflegen.

Worauf es bei der Auswahl ankommt:

  • Zwei-Wege-Synchronisation mit Airbnb und Booking.com, nicht nur ein iCal-Abgleich.
  • Automatische Nachrichten mit Platzhaltern für Namen, Anreisezeit und Adresse.
  • Offene API mit Dokumentation und Webhooks für neue und geänderte Buchungen.
  • Export der Buchungen mit allen Preisbestandteilen, damit die Buchhaltung nicht nachrechnen muss.
  • Nachvollziehbare Kosten je Einheit, die mit Ihrer Größe mitwachsen.

3. Türzugang, Rechnungen, Zahlen: die Bausteine danach

Türzugang, Rechnungen und Auswertungen sind die Bausteine, bei denen viele PMS nur Grundfunktionen bieten. Hier entscheidet sich, ob Ihr Betrieb auch ohne Sie läuft.

Beim Türzugang geht es um eine einfache Kette: Buchung bestätigt, Angaben des Gastes liegen vor, Code wird erzeugt, Code gilt vom Check-in bis zum Check-out, danach erlischt er. Ob dahinter ein Nuki, ein Code-Schloss oder ein Schlüsselsafe steckt, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass die Kette automatisch läuft und bei Stornierung oder Verlängerung nachzieht. Mehr dazu im Artikel über Smart Locks im Alltag mit mehreren Wohnungen.

Bei Rechnungen reicht die Portalabrechnung nicht. Firmengäste verlangen eine Rechnung auf ihren Namen mit ausgewiesener Umsatzsteuer, und im B2B wird die E-Rechnung ab 2027 schrittweise Pflicht. Was das für Ferienwohnungen heißt, steht im Artikel zur E-Rechnung für Ferienwohnungen. In Berlin kommt die Übernachtungsteuer dazu, die quartalsweise elektronisch angemeldet wird. Die Grundlage dafür muss aus den Buchungsdaten kommen, nicht aus einer Tabelle, die jemand abends nachträgt.

Bei den Zahlen brauchen Sie je Wohnung: Umsatz nach Portal, Auslastung, Reinigungskosten, Provisionen und bei verwalteten Objekten eine Abrechnung, die der Eigentümer ohne Rückfrage versteht. Die Standardauswertungen der PMS rechnen oft anders als Ihre Buchhaltung. Prüfen Sie einmal auf den Cent nach, welche Preisbestandteile in welcher Kennzahl stecken.

4. Bausteine statt Alleskönner: Checkliste zur Auswahl

Ein System, das alles kann, gibt es nicht. Verlässlicher ist ein PMS als Datenbasis plus wenige spezialisierte Bausteine, die über Schnittstellen angebunden sind. Alleskönner versprechen viel und liefern in jedem Teilbereich das Nötigste. Spezialisierte Werkzeuge lösen ein Problem gut, lassen sich aber nur dann sinnvoll betreiben, wenn sie Buchungsdaten automatisch bekommen. Die Kunst liegt nicht in der Zahl der Funktionen, sondern in sauberen Übergaben.

Sieben Fragen vor jeder Entscheidung:

  • Welche Aufgabe soll der Baustein lösen? Eine klare Antwort, kein Funktionskatalog.
  • Woher bekommt er Buchungsdaten? Automatisch aus dem PMS oder per Hand?
  • Was passiert bei Stornierung, Verlängerung und Gastwechsel? Zieht der Baustein nach?
  • Wo liegen die Daten, und wer hat Zugriff? Gästedaten sind personenbezogene Daten.
  • Was kostet er bei doppelter Zahl an Wohnungen?
  • Was passiert, wenn Sie wechseln? Lassen sich Daten exportieren?
  • Können Sie ihn einige Wochen im Alltag testen, bevor Sie sich binden?

5. Was bevo Software heute kann

bevo Software ist aus unserem eigenen Betrieb entstanden und wächst Baustein für Baustein. Heute läuft der Türzugang, der Rest ist in der Pilotphase oder in Vorbereitung. Wir halten das bewusst so. Lieber ein Baustein, der im Alltag trägt, als zehn, die nur auf der Website stehen.

  • Türzugang „Smart Key“: im Einsatz bei NOFA Apartments. Codes je Buchung, zeitlich begrenzt, angebunden an Hostaway und Nuki, alternativ Code-Schloss oder Safe. Weitere gängige Systeme folgen.
  • Online-Check-in: in der Pilotphase. Nimmt die Angaben für den Meldeschein entgegen und gibt den Türcode erst danach frei. Was dabei rechtlich gilt, steht im Artikel zum digitalen Meldeschein und Online-Check-in.
  • Rechnungen und E-Rechnung: in der Pilotphase. Rechnungen aus den Buchungsdaten, für Firmengäste als XRechnung oder ZUGFeRD.
  • Übernachtungsteuer-Ausfüllhilfe: in der Pilotphase. Rechnet die Bemessungsgrundlage für Berlin aus den Buchungen.
  • GuV und Eigentümer-Portal: in der Pilotphase. Zahlen je Wohnung und Abrechnung für Eigentümer.
  • Gäste-App, Zusatzleistungen, Reinigungs-App: in Vorbereitung.
  • KI-Assistent für Gästenachrichten: gebaut, bisher nur mit Testdaten gelaufen. Er kennt den Türcode nie. Mehr dazu im Artikel KI in der Gästekommunikation.

Unsere Angebote finden Sie auf der Preisseite. Wenn Sie ein PMS oder ein Schloss nutzen, das wir noch nicht anbinden, sagen wir Ihnen das vor dem ersten Gespräch.

6. Aus unserem Betrieb

Wir vermieten seit Dezember 2022 in Berlin, mit Hostaway als PMS und Nuki an den Türen. Aus diesem Alltag ist bevo Software entstanden, Made in Berlin: Der Türzugang ist bei NOFA Apartments im Einsatz, Online-Check-in, Rechnungen, Übernachtungsteuer und GuV sind in der Pilotphase. Die Direktbuchung läuft über unsere eigene Seite bevoflats.de mit Stripe. Wie sich das neben den Portalen einordnet, lesen Sie im Artikel zur eigenen Buchungswebsite.

Häufige Fragen

Brauche ich mit fünf Wohnungen schon ein PMS?

Ja, spätestens wenn Sie auf mehr als einem Portal anbieten. Ein Kalenderabgleich per iCal ist zu langsam und kennt keine Preise.

Reichen die Werkzeuge von Airbnb und Booking.com nicht aus?

Für ein einzelnes Inserat ja. Sobald Sie mehrere Portale, eine eigene Website oder Firmengäste mit Rechnungswunsch haben, fehlt eine gemeinsame Datenbasis.

Muss ich mein PMS wechseln, um bevo Software zu nutzen?

Heute binden wir Hostaway an, weitere gängige Systeme folgen. Wir sagen Ihnen vorab, ob Ihr System dabei ist.

Was kostet bevo Software?

Software kalkulieren wir je nach Umfang und machen nach einem kurzen Gespräch ein Angebot. Dabei klären wir, welche Bausteine für Ihren Betrieb heute schon sinnvoll sind. Unsere Angebote finden Sie auf der Preisseite.

Fazit

Software für Kurzzeitvermietung ist kein einzelnes Produkt, sondern eine Kette: PMS, Zugang, Abrechnung, Zahlen. Wählen Sie das PMS nach seiner Schnittstelle, die Bausteine nach der Aufgabe, und testen Sie jeden im Alltag, bevor Sie sich binden. Wenn Sie wissen möchten, welche Bausteine für Ihren Betrieb heute schon tragen, sprechen Sie mit uns.

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